Rundum betreut - Gesundheit und Lebensqualität neu gewinnen!

Rundum betreut - Gesundheit und Lebensqualität neu gewinnen!

  • Dr. Barbara Seebacher MSc, Abteilung für Rehabilitationsforschung am REHA Zentrum Münster
    Dr. Barbara Seebacher MSc, Abteilung für Rehabilitationsforschung am REHA Zentrum Münster

    Priv.-Doz. Dr. Barbara Seebacher MSc, Abteilung für Rehabilitationsforschung am REHA Zentrum Münster

    PD Dr. Barbara Seebacher MSc, Abteilung für Rehabilitationsforschung am RZM

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Laufende Projekte

Bewegungsbeobachtung kombiniert mit Bewegungsvorstellung der oberen Extremi-
täten für Patient:innen mit Multipler Sklerose

Diese prospektive Mixed-Methods-Studie untersucht, ob die Kombination aus Action Observation (AO) und Motor Imagery (MI) – zusammengefasst als AOMI – die motorischen Fähigkeiten und die Fähigkeit zur motorischen Vorstellung bei Personen mit mittelschwerer bis schwerer Multipler Sklerose (MS) verbessern kann.

Motor Imagery beschreibt das mentale Üben von Bewegungen, bei dem visuelle und kinästhetische Aspekte von Bewegungen ohne deren tatsächliche Ausführung vorgestellt werden. Dieser Prozess aktiviert motorische Hirnregionen, darunter den prämotorischen und sensorimotorischen Kortex, die Basalganglien und das Kleinhirn – ähnlich wie bei real ausgeführten Bewegungen. MI wird häufig als ergänzende Methode in der neurorehabilitativen Therapie eingesetzt, insbesondere wenn Bewegungen aufgrund neurologischer Beeinträchtigungen nur eingeschränkt möglich sind.

Action Observation beruht auf der Annahme, dass die aktive Beobachtung von Bewegungen anderer ähnliche neuronale Prozesse aktiviert wie deren eigene Ausführung. Wie MI nutzt AO das Spiegelneuronensystem, das prämotorische und parietale Areale sowie das Kleinhirn umfasst. AO wird als „Bottom-up“-Ansatz beschrieben, da es über visuelle Reize die motorische Lernfähigkeit unterstützt. Beide Verfahren beruhen auf dem Prinzip der motorischen Simulation, aktivieren neuronale Netzwerke ähnlich realer Bewegungen und fördern dadurch die Neuroplastizität.

Das primäre Ziel dieser Studie ist die Untersuchung unmittelbarer Veränderungen der Fähigkeit zur motorischen Vorstellung mittels Mentaler Chronometrie (zeitlicher Übereinstimmung realer und imaginierter motorischer Handlungen) nach AOMI bei Personen mit MS und mittlerer bis schwerer Beeinträchtigung. Sekundäre Ziele sind die Analyse der kurzfristigen Effekte von AOMI auf die grob- und feinmotorische Handfunktion, die Armfunktion sowie die mentale Rotation von Hand, Schulter und Nacken. Darüber hinaus werden die Fähigkeiten zur kinästhetisch-visuellen motorischen Vorstellung sowie zur Imitation von Hand- und Fingergesten untersucht. Ergänzend werden die Erfahrungen der Teilnehmenden während des AOMI-Trainings der oberen Extremitäten erhoben, Optimierungsvorschläge gesammelt und Machbarkeit, Akzeptanz sowie Adhärenz mittels halbstrukturierter Interviews und Beobachtungen bewertet.

Insgesamt nehmen 33 Personen mit MS an der Studie teil, die an der Rehabilitationsklinik Münster durchgeführt wird. Die Studie läuft seit März 2025 und zielt darauf ab, neue Ansätze für die Rehabilitation der oberen Extremitäten bei MS zu entwickeln. Sie ist im Deutschen Register Klinischer Studien (DRKS) unter der ID DRKS00036270 registriert.

Deutsche Übersetzung und Validierung des „Physical Activity Questionnaire for Older Children“ (PAQ-C)

Diese Studie wird in Zusammenarbeit mit der DHGS Deutschen Hochschule für Gesundheit und Sport, Fakultät Gesundheit Universität für Weiterbildung Krems im Rahmen einer betreuten Bachelor- sowie Masterarbeit durchgeführt.

Das körperliche Aktivitätsniveau von Kindern ist in den letzten Jahren aufgrund verschiedener Faktoren rückläufig. Um frühzeitig gezielte Maßnahmen der Gesundheitsförderung umsetzen zu können, werden zuverlässige Instrumente zur Erfassung der körperlichen Aktivität benötigt. Ziel dieser Studie ist die Übersetzung, Adaptation und Validierung des international anerkannten Physical Activity Questionnaire for Older Children (PAQ-C) für deutschsprachige Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren. Die deutschsprachige Version wird als PAQ-C-GER bezeichnet.

Die Übersetzung wird von einem interprofessionellen Expert:innenteam gemäß den aktuellen Richtlinien durchgeführt. Der PAQ-C-GER wird mit Kindern der Zielaltersgruppe getestet, um die Verständlichkeit der Items sicherzustellen. Darüber hinaus werden Reliabilität und Validität des Fragebogens zur Erfassung körperlicher Aktivität überprüft. Zu diesem Zweck werden die Ergebnisse mit etablierten Fragebögen zu körperlicher Aktivität, Motivation und Lebensqualität verglichen. Nach zwei Wochen werden die Erhebungen wiederholt, um die Test-Retest-Reliabilität zu beurteilen.

Ziel der Studie ist es, mit dem PAQ-C-GER ein valide und reliables deutschsprachiges Instrument bereitzustellen, das sowohl in der Forschung als auch in der Praxis zur Erfassung der körperlichen Aktivität von Kindern eingesetzt werden kann. Die Studie ist im Deutschen Register Klinischer Studien (DRKS) unter der ID DRKS00031162 registriert.

Die Effekte des axialen Rollens auf die Haltungs­kontrolle bei Patient:innen mit Parkinson-Syndrom: eine randomisiert kontrollierte Pilotstudie

Diese Studie wird in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Neurologie des Klinikums Bad Hall für Herz-Kreislauf- und Neurologische Rehabilitation (Bad Hall, Österreich) sowie der Universität für Weiterbildung Krems im Rahmen einer betreuten Masterarbeit durchgeführt.

In dieser prospektiven, einfach verblindeten, randomisiert kontrollierten Pilotstudie wird untersucht, ob eine neuartige physiotherapeutische Methode – das axiale Rollen – das Gleichgewicht und die funktionelle Mobilität verbessern sowie das Sturzrisiko bei Personen mit Parkinson-Syndrom verringern kann. Neben der Analyse möglicher Effekte auf die motorische Funktion wird auch die Durchführbarkeit einer größeren Folgestudie evaluiert. Im Fokus stehen dabei Einschlusskriterien, Rekrutierungs-, Verbleibs- und Adhärenzraten sowie Akzeptanz und Sicherheit der Intervention.

Insgesamt nehmen 32 Patient:innen an der Studie teil. Alle Teilnehmenden erhalten eine standardisierte, interdisziplinäre neurologische Rehabilitation; die Interventionsgruppe führt zusätzlich das axiale Rollen als ergänzenden Bestandteil ihres Therapieprogramms durch. Die Wirksamkeit wird mithilfe etablierter Messinstrumente zu Gleichgewicht, Gehfähigkeit und Sturzrisiko beurteilt. Zusätzlich werden das Wohlbefinden der Teilnehmenden sowie die Akzeptanz der Intervention erfasst. Die Studie wird in Kooperation mit dem Klinikum Bad Hall durchgeführt und ist im Deutschen Register Klinischer Studien (DRKS) unter der ID DRKS00034250 registriert.

Tanz- und musikbasierte Interventionen in der Neurorehabilitation bei Patient:innen nach Schädel-Hirn-Trauma – ein systematisches Review

Diese Studie wird in Zusammenarbeit mit der Universität für Weiterbildung Krems im Rahmen einer betreuten Masterarbeit durchgeführt.

Traumatische Hirnverletzungen führen häufig zu langfristigen Einschränkungen sowohl der körperlichen als auch der kognitiven Funktionen. Aufgrund des komplexen Störungsbildes erscheint ein multimodaler Therapieansatz besonders sinnvoll. In der Neurorehabilitation gewinnen dabei tanz- und musikbasierte Interventionen zunehmend an Bedeutung, da sie Bewegung, Rhythmus und emotionale Beteiligung miteinander verbinden. Allerdings fehlt bislang systematische Evidenz zu ihrer Wirksamkeit bei Patient:innen nach Schädel-Hirn-Trauma (SHT). Das Ziel dieser Arbeit ist es, die aktuelle Forschung zu tanz- und musikbasierten Interventionen in der SHT-Rehabilitation zu analysieren. Dabei werden ihre Auswirkungen auf Mobilität, Aktivitäten des täglichen Lebens, Lebensqualität und (intrinsische) Motivation untersucht. Für das systematische Review wird die aktuelle Forschung zu tanz- und musikbasierten Interventionen nach SHT umfassend ausgewertet. Die Ergebnisse werden einen Überblick über die aktuellen Erkenntnisse geben und dazu beitragen, vielversprechende Strategien zur Verbesserung der Mobilität, der Alltagsfunktionen und der Lebensqualität nach einem traumatischen Hirnverletzung zu identifizieren. Die Studie ist in der PROSPERO-Datenbank für systematische Reviews unter der ID CRD42024543272 registriert.

Entwicklung eines individuellen Wachstumspotenzialplans (IGPP)

Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen macht es unerlässlich, bestehende Organisationsstrukturen und die Bedürfnisse der Mitarbeitenden besser zu verstehen. Genau dies ist das zentrale Ziel des IGPP-Projekts. Mithilfe von Umfragen, Fokusgruppen und Interviews, die am Reha Zentrum Münster durchgeführt werden, soll ermittelt werden, welche Veränderungen sich positiv auf die psychische und physische Gesundheit der Mitarbeitenden auswirken können.

Darüber hinaus ermöglichen Interviews mit Führungskräften und Mitarbeitenden externer Gesundheitseinrichtungen in Österreich und der Schweiz einen gegenseitigen Austausch und das Lernen voneinander. Das Projekt umfasst mehrere Phasen, darunter Problemanalyse, Ideengenerierung, Ideenauswahl und Evaluation auf Basis vordefinierter Leistungsindikatoren.

Ein gemeinsam entwickelter Katalog wirksamer kurzfristiger Maßnahmen wurde bereits umgesetzt, und ein Individueller Wachstumspotenzialplan (IGPP) wurde erstellt. Auf dieser Grundlage werden derzeit weitere Maßnahmen am Reha Zentrum Münster implementiert.

Langfristiges Ziel ist es, dass der IGPP und die damit verbundenen Maßnahmen zur Arbeitsplatzverbesserung nicht nur am Reha Zentrum Münster, sondern auch in anderen Gesundheitseinrichtungen als Modell dienen. Insgesamt soll das Projekt dazu beitragen, den Arbeitsalltag aller Mitarbeitenden nachhaltig zu verbessern.

Das Projekt wird durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gefördert.

IGPP-Projekt: durch den Personalmangel im Gesundheitssystem ist es wichtig die Bedürfnisse der Mitarbeiter:innen zu verstehen

Training der oberen Extremität mit virtueller Realität bei Patient:innen mit Morbus Parkinson: eine beobachterverblindete randomisierte kontrollierte Studie

Diese Studie wird in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Neurologie des Klinikums Bad Hall für Herz-Kreislauf- und Neurologische Rehabilitation (Bad Hall, Österreich) sowie der Universität für Weiterbildung Krems im Rahmen einer betreuten Masterarbeit durchgeführt.

Funktionsstörungen der oberen Extremitäten sind ein häufiges Symptom der Parkinson-Krankheit. Immersive Virtual Reality (iVR) stellt einen vielversprechenden und motivierenden Ansatz in der Rehabilitation dar, dessen Wirksamkeit im Vergleich zu konventioneller Therapie jedoch bislang nicht eindeutig belegt ist.

Studie mit dem CUREO® Virtual Reality-Therapiesystem

In dieser multizentrischen, beobachterverblindeten, randomisiert kontrollierten Studie werden die Effekte eines iVR-basierten Trainings der oberen Extremitäten (CUREO VR Therapie System, CUREosity, Düsseldorf, Deutschland) im Vergleich zu einer herkömmlichen Trainingstherapie bei Personen mit Parkinson-Krankheit untersucht. Die Teilnehmenden werden per Zufallszuteilung entweder der iVR- oder der Kontrollgruppe zugeordnet und absolvieren über vier Wochen hinweg vier Trainingseinheiten pro Woche im Rahmen einer stationären Rehabilitation. Die Studie untersucht Veränderungen der motorischen Leistungsfähigkeit der oberen Extremitäten sowie potenzielle Effekte auf nicht-motorische Aspekte wie Motivation, Lebensqualität und Therapieadhärenz.

Ziel ist es, zu prüfen, ob der Einsatz immersiver Virtual Reality zusätzliche Vorteile gegenüber Standardtherapien bietet und zur Entwicklung evidenzbasierter Empfehlungen für die Rehabilitation bei Parkinson-Krankheit beitragen kann. Das Studienprotokoll ist im Deutschen Register Klinischer Studien (DRKS) unter der Kennung DRKS00034193 registriert.

Wiederherstellung von Gleichgewicht und Gehfähigkeit bei Personen mit Ataxie nach
akutem zerebralen Schlaganfall

Diese Studie wird in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik für Neurologie der Medizinischen Universität Innsbruck (Innsbruck, Österreich), VASCage – Centre on Clinical Stroke Research (Innsbruck, Österreich), dem Krankenhaus Hochzirl (Hochzirl, Österreich), dem Karl Landsteiner Institut für Interdisziplinäre Rehabilitationsforschung (Münster, Österreich) sowie der Universitätsklinik für Radiologie, Neuroimaging Research Core Facility, Medizinische Universität Innsbruck (Innsbruck, Österreich) durchgeführt.

Ein Schlaganfall im vertebrobasilären Stromgebiet kann zu einer Ataxie führen, die sich in Störungen der Koordination und des Gleichgewichts äußert. Dies beeinträchtigt die Selbstständigkeit im Alltag erheblich und erhöht das Sturzrisiko, was die Lebensqualität deutlich mindert. Während bei neurodegenerativen Erkrankungen gezeigt wurde, dass Koordinationsübungen ataktische Symptome reduzieren können, ist die Evidenz für deren Wirksamkeit bei schlaganfallbedingter Ataxie bislang begrenzt. Diese Studie stellt daher ein Studienprotokoll für eine prospektive Untersuchung zur Schließung dieser Wissenslücke vor.

Diese einfach verblindete, randomisiert kontrollierte Studie untersucht die Effekte von Koordinationsübungen im Vergleich zu standardisierter Physiotherapie auf Gleichgewicht und Gehfähigkeit bei Patient:innen mit ataktischem Schlaganfall. Die Studie wird an der Universitätsklinik für Neurologie der Medizinischen Universität Innsbruck in Zusammenarbeit mit zwei Rehabilitationszentren in Österreich (Krankenhaus Hochzirl und Rehabilitationsklinik Münster) durchgeführt. Primärer Endpunkt ist das Gleichgewicht, gemessen anhand der Berg Balance Scale. Sekundäre Endpunkte umfassen Gehfähigkeit, Sturzrisiko und -häufigkeit, Selbstständigkeit im Alltag sowie Lebensqualität, bewertet mittels validierter Skalen. Die Teilnehmenden werden im Verhältnis 1:1 mithilfe einer stratifizierten Blockrandomisierung entweder der Interventionsgruppe (Koordinationsübungen) oder der Kontrollgruppe (standardisierte Physiotherapie) zugeteilt. Beide Gruppen absolvieren über vier Wochen insgesamt zwanzig 45-minütige Therapieeinheiten. Die Erhebungen erfolgen zu Studienbeginn, nach Abschluss der vierwöchigen Intervention sowie nach weiteren acht Wochen häuslichen Eigentrainings.

Zusammenfassend handelt es sich um die erste randomisiert kontrollierte Studie, die die Auswirkungen von Koordinationsübungen auf Gleichgewicht und Gehfähigkeit bei Personen mit schlaganfallbedingter Ataxie untersucht. Angesichts der in Schlaganfall-Leitlinien hervorgehobenen begrenzten Evidenz soll diese Studie neue Erkenntnisse zu gezielten therapeutischen Interventionen für diese Patient:innengruppe liefern.

Publikation:
Meier, P., Mayer-Suess, L., Kiechl, S., Pachmann, U., Greimann, R., Kofler, M., Brenneis, C., Grams, A., Steiger, R., & Seebacher, B. (2024, 2024-August-05). Recovery of balance and walking in people with ataxia after acute cerebral stroke: study protocol for a prospective, monocentric, single-blinded, randomized controlled trial [Study Protocol]. Frontiers in Stroke, 3. https://doi.org/10.3389/fstro.2024.1388891