Rundum betreut - Gesundheit und Lebensqualität neu gewinnen!

Rundum betreut - Gesundheit und Lebensqualität neu gewinnen!

  • Prim. Univ.-Doz. Dr. Christian Brenneis - Leitung Neurologie
    Prim. Univ.-Doz. Dr. Christian Brenneis - Leitung Neurologie

    Prim. Univ.-Doz. Dr. Christian Brenneis - Leitung Neurologie

    Prim. Univ.-Doz. Dr. Christian Brenneis - Leitung Neurologie

  • OA Dr. Rainer Ehling - Department Multiple Sklerose
    OA Dr. Rainer Ehling - Department Multiple Sklerose

    OA Dr. Rainer Ehling - Department Multiple Sklerose

    OA Dr. Rainer Ehling - Department Multiple Sklerose

Rehabilitation von Menschen mit Multipler Sklerose

„Wir wollen Menschen mit Multipler Sklerose ermöglichen ein höchstes Maß an Unabhängigkeit zu erreichen und damit die Lebensqualität zu verbessern. Dafür bedienen wir uns eines multidisziplinären Ansatzes, der auf jeden einzelnen Menschen mit Multipler Sklerose individuell abgestimmt wird und sowohl medizinische, neuropsychologische, therapeutische und soziale Aspekte beinhaltet.“
Dr. Rainer Ehling, verantwortlicher Oberarzt für Multiple Sklerose

Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. An unterschiedlichen Stellen im Gehirn, an den Sehnerven oder im Rückenmark kann es zur Schädigung von Nervenfasern kommen. Nervenfasern können dabei ihre Schutzschicht verlieren (Entmarkung) und an der betroffenen Stelle narbig („sklerotisch“) werden. Da dieser Vorgang an vielen Stellen („multipel“) des zentralen Nervensystems auftreten kann, ist das Beschwerdebild der Betroffenen häufig sehr unterschiedlich. Zu den häufigsten Symptomen zählen Empfindungsstörungen, Beeinträchtigungen der Motorik sowie Sehstörungen (1).

Häufigkeit

In Mitteleuropa zählt MS zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen unter jungen Erwachsenen. In Österreich sind etwa 12.500 Menschen von dieser Erkrankung betroffen (2).

Verlaufsformen

Kommt es im Rahmen der Erkrankung zum akuten Auftreten von Entzündungsherden mit entsprechenden körperlichen Störungen oder Ausfällen spricht man von Krankheitsschüben. Diese sind neben einem möglichen kontinuierlichen Fortschreiten einer bestehenden Krankheitssymptomatik (Progredienz) namensgebend für die drei typischen Verlaufsformen der MS (3):

  • Schubförmig remittierender Verlauf
  • Sekundär fortschreitender (progredienter) Verlauf
  • Primär fortschreitender (progredienter) Verlauf

 

Unser Ziel

Wir wollen Menschen mit MS in die Lage versetzen, ihren angestammten Platz in der Familie, im Beruf und im sozialen Leben wieder einnehmen zu können.
Neben der leitlinienkonformen Behandlung des akuten Erkrankungsschubes und der krankheitsmodifizierenden Intervalltherapie, die vorbeugend auf die Reduktion von Schüben und das Fortschreiten der Erkrankung abzielt (4) steht im Reha Zentrum Münster die individualisierte, ganzheitliche medizinisch-therapeutische Langzeitbetreuung der Betroffenen im Mittelpunkt.
Als spezialisiertes MS-Zentrum (5) verfügen wir über ein multiprofessionelles Team mit langjähriger Erfahrung in der Versorgung von Menschen mit MS.

Unser Weg

Aufbauend auf ein ausführliches Anamnesegespräch und einer therapieorientierten Befunderhebung werden gemeinsam mit dem/der Betroffenen Ziele formuliert und ein individueller Behandlungsplan erstellt. Sowohl bei Vorliegen eines langsam fortschreitenden Krankheitsverlaufes als auch unmittelbar nach einem akuten Krankheitsschub kann durch gezielte Neurorehabilitation eine Verbesserung erreicht werden (6). Bei größerer körperlicher Beeinträchtigung bieten wir die Möglichkeit der Betreuung auf unserer Krankenstation.

Unsere Therapiemöglichkeiten

Zu den häufigsten und am meisten belastenden Beschwerden im Rahmen der MS zählen (7):

  • Beeinträchtigung der Gehfähigkeit
  • Spastizität
  • Neuropsychologische Störungen (Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, Fatigue)
  • Gefühlsstörungen
  • Beeinträchtigung der Feinmotorik und Koordination
  • Sprechstörungen
  • Schmerzen

Unser Ansatz diese Beeinträchtigungen zu verbessern und zu kompensieren beinhaltet ein Paket aus innovativer Physio- und Ergotherapie, Logopädie, Einsatz von Robotik-unterstützten Techniken (Lokomat), neuropsychologische Therapie sowie individuell auf die Bedürfnisse der Betroffenen abgestimmte symptomatische Medikation. Ein persönliches Heimübungsprogramm ermöglicht einen anhaltenden therapeutischen Effekt.
Betreuung durch speziell geschulte MS-Schwestern, Hilfsmittelanpassungen, spezifische Schulungen und Unterstützung bei sozialen Fragestellungen (Pflegegeldanträge, Unterstützungen, Haushaltshilfen, ...) vervollständigen das multidisziplinäre Gesamtkonzept.

Mal- und Gestaltungstherapie -
Kreative Stunden für Menschen
mit Multipler Sklerose - jetzt online

Mal- und Gestaltungstherapie ist eine wertvolle Therapieform, die die Umsetzung von bildnerisch-kreativen Techniken ermöglicht. Dabei steht nicht der künstlerische Anspruch, sondern der Wunsch sich ausdrücken zu wollen im Vordergrund. Kreatives Tun ist ein Prozess, der eine heilsame Wirkung haben kann. Unbewusstes wird bewusst und entwickelt eine neue Wirklichkeit.

In Zusammenarbeit mit der Tiroler MS-Gesellschaft lädt Frau Mag. Greminger, selbst MS-Betroffene und ausgebildete Mal- und Gestaltungstherapeutin, einmal wöchentlich online zum „Malen und kreative Auszeit für Menschen mit MS“ ein. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Es gibt auch kein „Richtig oder Falsch“, darauf legt Frau Mag. Greminger Wert.

Zeit : Jeden ersten und dritten Dienstag im Monat von 17.00 – 18.30 Uhr

Leitung: Gertraud Greminger, Dipl. Mal- und Gestaltungstherapeutin, Dipl. Lebens- und Sozialberaterin, Glaskünstlerin

Anmeldung unter: gertraud.glas@chello.at

Mal- und Gestaltungstherapie - Kreative Stunden für Menschen mit Multipler Sklerose am REHA Zentrum Münster Mal- und Gestaltungstherapie - Kreative Stunden für Menschen mit Multipler Sklerose am REHA Zentrum Münster Mal- und Gestaltungstherapie - Kreative Stunden für Menschen mit Multipler Sklerose am REHA Zentrum Münster

Unsere Forschungsaktivitäten in Zusammenarbeit mit der Karl Landsteiner Gesellschaft

Aktuell laufende klinische Studien:

Fragebogenstudie zum Thema „Körperliche Aktivität und Lebensqualität bei MS“

Gemeinsam mit der Universitätsklinik für Neurologie der Medizinischen Universität Innsbruck führt das Karl Landsteiner Institut für interdisziplinäre Rehabilitationsforschung am Reha Zentrum Münster eine Fragebogenstudie zur Erfassung der körperlichen Aktivität und Lebensqualität bei MS-Patient:innen in Tirol durch.

Regelmäßige körperliche Aktivität ist eine wirksame Therapieform, um zum einen Herz-Kreislauferkrankungen vorzubeugen und zum anderen einem Fortschreiten der MS entgegenzuwirken (Kjølhede et al. 2018). Nichtsdestotrotz sind Menschen mit MS häufig wenig körperlich aktiv. Ein Anliegen ist es daher, konkrete Barrieren zu identifizieren, aber auch Förderfaktoren zur Ausübung von körperlicher Aktivität im Alltag bei MS-Patient:innen aufzudecken.

Wer kann teilnehmen?

Alle MS-Patient:innen, die am Reha Zentrum Münster oder an der Universitätsklinik für Neurologie der Medizinischen Universität Innsbruck in Betreuung sind.

Kontakt:

Andreas.Wanitschek@reha-muenster.at (Studienkoordinator)

Literatur:

Kjølhede T, Siemonsen S, Wenzel D, Stellmann JP, Ringgaard S, Pedersen BG, Stenager E, Petersen T, Vissing K, Heesen C, Dalgas U. Can resistance training impact MRI outcomes in relapsing-remitting multiple sclerosis? Mult Scler. 2018 Sep;24(10):1356-1365. doi: 10.1177/1352458517722645. Epub 2017 Jul 28. PMID: 28752800

Beobachtungsstudie zum Thema „Mobilität und Rehabilitation bei MS“

Das Karl Landsteiner Institut für interdisziplinäre Rehabilitationsforschung am Reha Zentrum Münster dokumentiert gemeinsam mit vier weiteren Rehazentren Österreichs über ein Jahr hinweg die Therapieinhalte einer MS-spezifischen Rehabilitation und deren Effekte auf die Mobilität bei MS-Patient:innen. 

Dass MS-Patient:innen unmittelbar von einer vierwöchigen MS-spezifischen Rehabilitation eine Verbesserung der Mobilität profitieren (Gehgeschwindigkeit und Gehstrecke), konnte in einer Vorarbeit bereits nachgewiesen werden (Ehling et al 2019). Nun beschäftigt uns die Frage, welche Therapieinhalte den größten Effekt auf eine Verbesserung der Mobilität bei MS-Patient:innen haben. Um diese Frage zu beantworten wurde bereits vor Studienbeginn ein Katalog speziell zur Dokumentation aktiver Therapieinhalte entwickelt. Mit der vorliegenden Studie erhoffen wir uns einen besseren Überblick zu bekommen, welche Therapieformen (z.B.: Krafttraining, Gangtraining) zur Verbesserung der Mobilität am effizientesten sind.

Wer kann teilnehmen?

Alle MS-Patient:innen, welche für eine stationäre Rehabilitation ans Reha Zentrum Münster oder an ein anderes teilnehmendes Rehazentrum (siehe unten) kommen und ihre Mobilität verbessern wollen.

Kontakt:

Nähere Informationen zur Studie finden Sie im deutschen Register für klinische Studien (https://drks.de/search/de/trial/DRKS00025216), oder Sie kontaktieren direkt unser Studienteam unter Andreas.Wanitschek@reha-muenster.at

Weitere teilnehmende Studienzentren:

  • Klinikum Bad Hall für Herz-Kreislauf- und neurologische Rehabilitation
  • Klinik Judendorf-Straßengel
  • Rehaklinik Enns-Rehabilitation für Neurologie und Pneumologie
  • Privatklinik Laßnitzhöhe – Orthopädische und neurologische Rehabilitation

Literatur:

Ehling R, Bsteh G, Muehlbacher A, Hermann K, Brenneis C. Ecological validity of walking capacity tests following rehabilitation in people with multiple sclerosis. PLoS One. 2019 Aug 1;14(8):e0220613. doi: 10.1371/journal.pone.0220613. PMID: 31369622; PMCID: PMC6675072.
https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0220613

Folgestudie zum Thema „Spastizität bei MS“ gemeinsam mit neun österreichischen Rehazentren

Die positiven Ergebnisse unserer Pilotstudie „Langfristige Verbesserung von Spastizität bei Multipler Sklerose im Anschluss an eine stationäre Rehabilitation durch die Verwendung eines APP-basierten Selbsttrainingsprogrammes“ (siehe unten) gaben Anlass zur Durchführung einer groß angelegten Bestätigungsstudie.

Unter Federführung des REHA Zentrum Münster ist es gelungen neun weitere Rehazentren in Österreich für die Teilnahme zu gewinnen. Ziel der bereits angelaufenen Folgestudie ist es wiederum einen Anreiz zur regelmäßigen und selbstständigen Durchführung von Übungen zur Reduktion von Spastizität bei MS, abseits der stationären Rehabilitation, zu geben.

Das bereits in der Pilotstudie erfolgreich verwendete Übungsprogramm wurde für diesen Zweck ebenso wie die APP: „MS-Spastizität“ weiterentwickelt und bietet die Möglichkeit Übungen, die  während des stationären Aufenthaltes in einem teilnehmenden Rehazentrum bereits erlernt wurden, nach einem speziellen Algorithmus auch selbstständig im gewohnten Umfeld zu Hause durchzuführen. Bei regelmäßiger Anwendung ist ein langfristiger positiver Effekt auf die Ausprägung der individuellen Spastizität zu erwarten. Die APP: „MS-Spastizität“ ist derzeit ausschließlich im Rahmen einer Studienteilnahme erhältlich.

Wer kann teilnehmen?
Alle MS-PatientInnen, die an Spastizität leiden und durch Physiotherapie während des stationären Aufenthaltes am REHA Zentrum Münster oder einem anderen teilnehmenden Zentrum eine Erleichterung der Spastizität erfahren.

Wir laden Sie herzlich ein an der Studie teilzunehmen und freuen uns wenn wir dadurch einen kleinen Beitrag zur Verbesserung Ihrer Lebensqualität beitragen können.

Ihr REHA Team Münster

Nähere Informationen:
... erhalten Sie während Ihres Aufenthaltes am REHA Zentrum Münster oder vorab unter app_anfrage@reha-muenster.at.

Entwicklung einer Selbstwirksamkeitsskala
für Multiple Sklerose Patient/innen.
Eine Fragebogenstudie

Gemeinsam mit der Medizinischen Universität Innsbruck, Universitätsklinik für Neurologie führt das Karl Landsteiner Institut für interdisziplinäre Forschung am Reha Zentrum Münster in einer Studie die Entwicklung und Validierung einer Skala in deutscher Sprache durch. Der Zweck dieser Studie ist es, die Übersetzung der "Unidimensional Self-Efficacy Scale for MS" (Young, Mills et al. 2012) auf ihre Gültigkeit, Zuverlässigkeit und Ansprechbarkeit zu testen, um diesen Fragebogen für weiterführende Studien sowie in der klinischen Praxis einsetzen zu können.

"Entwicklung einer Selbstwirksamkeitsskala für Multiple Sklerose Patient/innen. Eine Fragebogenstudie"
Als Selbstwirksamkeitserwartung bezeichnet man die Erwartung eines Menschen, aufgrund des eigenen Könnens selbstständig etwas bewirken zu können. Studienergebnisse zeigen, dass das Maß an Selbstwirksamkeitserwartung und die körperliche, sowie psychische Gesundheit und Lebensqualität bei MS Betroffenen eng zusammenhängen. Auch das Ansprechen auf Behandlungen wird vom Maß der Selbstwirksamkeit beeinflusst. Das bedeutet, dass die Selbstwirksamkeitserwartung primär die Wahrnehmung der eigenen Fähigkeit betrifft, nicht so sehr die tatsächlich vorhandene körperliche Leistungsfähigkeit.

Unser Anliegen hinter der Fragebogenstudie ist es, Behandlungen für Menschen mit MS zu entwickeln, welche gezielt die Selbstwirksamkeit verbessern. Bei der Planung einer entsprechenden Behandlungsstudie zeigte sich, dass es bis dato keinen geeigneten Fragebogen in deutscher Sprache gibt, mit dem das individuelle Ausmaß der Selbstwirksamkeit bei MS Betroffenen gemessen werden kann.

Dafür benötigen wir Ihre Mithilfe!

Wer kann teilnehmen?
Wenn Sie über 18 Jahre alt sind, MS haben, deutsch sprechen und keine weiteren schwerwiegenden Erkrankungen haben, laden wir Sie ein, an der Fragebogenstudie teilzunehmen.

Nähere Informationen:
... erhalten Sie während Ihres Aufenthaltes am REHA Zentrum Münster oder vorab bei Frau Dr. Barbara Seebacher, MSc (0043/664/3526756 oder barbara.seebacher@i-med.ac.at) oder Dr. Rainer Ehling (rainer.ehling@reha-muenster.at).


Abgeschlossene Studien:

Mobilitätsstudie am REHA Zentrum Münster
für PatientInnen mit Multipler Sklerose

Rekrutierung beendet

Insgesamt haben sich 86 Menschen mit MS bereit erklärt an dieser Studie des Reha Zentrum Münster teilzunehmen.

DANKE FÜR IHRE MITHILFE!

Die Auswertungen dieser Studie ergaben, dass Menschen mit MS unmittelbar nach einer stationären neurologischen Rehabilitation deutlich schneller und weiter gehen können als vorher. Auch die subjektive Einschätzung der eigenen Gehfähigkeit war am Studienende deutlich besser. Darüber hinaus zeigte sich auch die Anzahl der täglich absolvierten Schritte, welche nach der Rehabilitation zu Hause absolviert wurden, bei der Mehrheit der TeilnehmerInnen erhöht – Reha bringt‘s eben! Diese erfreulichen Ergebnisse sind im Journal PlosOne nachzulesen
(https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0220613).

 

Informationen zur ursprünglichen Studie

Unter dem Motto: „Welchen Beitrag leistet die neurologische Rehabilitation am REHA Zentrum Münster für Ihre Mobilität im Alltag?“wollen wir die Auswirkungen der Rehabilitation auf Ihr tägliches Leben in puncto Mobilität hinterfragen.

Mobilität
Menschen sind unterwegs. Mobil sein ist eine der größten Freiheiten im Alltag. Leider stellt die Beeinträchtigung der Beweglichkeit nach wie vor ein Hauptproblem im Rahmen einer Multiplen Sklerose dar. Eine Verringerung der Mobilität hat weitreichende soziale Folgen und kann mit einer beträchtlichen Reduktion der Lebensqualität verbunden sein. Von Betroffenen selbst wird diese Beeinträchtigung als das am meisten behindernde Symptom der Erkrankung überhaupt empfunden (7).
Durch symptomatische nichtmedikamentöse Therapieformen wie Physiotherapie und Ausdauertraining nach etablierten Konzepten konnte in zahlreichen Studien ein wesentlicher Mobilitätsgewinn für PatientInnen mit MS erreicht werden (11, 12). Welche längerfristige Auswirkung dieser Mobilitätsgewinn auf die Lebensqualität von Betroffenen hat, ist bislang jedoch noch unklar.

Das Akzelerometer
Durch die Verwendung eines Akzelerometers (Abb. 1), eines technisch sehr ausgefeilten „Schrittzählers“, der direkt am Körper getragen wird, lässt sich über einen Beschleunigungssensor die Gehstrecke über einen bestimmtem Zeitraum ermitteln (13, 14).

Studienablauf
Wir laden Sie herzlich dazu ein, vor einem geplanten stationären Reha-Aufenthalt am REHA Zentrum Münster, das von uns zur Verfügung gestellte Akzelerometer im Rahmen einer Studie für eine Woche in Ihrem gewohnten Alltag zu Hause zu tragen. Im Anschluss daran führen Sie die Rehabilitation, wie vorgesehen, am REHA Zentrum Münster durch. Ein Vergleich mit der körperlichen Aktivität nach dem stationären Aufenthalt bei uns, abermals ermittelt durch das Tragen des Akzelerometers, wird Aufschluss über einen Zugewinn an Mobilität geben, den Sie durch die Rehabilitation am REHA Zentrum Münster erfahren haben.

Nutzen
Eine Studienteilnahme ermöglicht Ihnen Grundlegendes über Ihre eigene körperliche Aktivität zu erfahren. Gleichzeitig können Sie aktiv am Entstehen von neuem Wissen in der MS-spezifischen Rehabilitation mitwirken und uns helfen, Ihnen und anderen Betroffenen besser helfen zu können.

Bei Interesse...
wenden Sie sich bitte an patrizia.bartone@reha-muenster.atrainer.ehling@reha-muenster.at oder 05337-20004-5222.

„Wie treffe ich in stressigen Situationen
trotzdem die richtige Entscheidung?“

Wie treffe ich in stressigen Situationen trotzdem die richtige Entscheidung?Rekrutierung beendet

Nachdem die vorgesehene Zahl von 40 TeilnehmerInnen im Jänner 2017 bereits erreicht worden ist, wurde der PatientInneneinschluss für die Studie „Wie treffe ich in stressigen Situationen trotzdem die richtige Entscheidung?“ - eine klinische Studie für Multiple Sklerose Betroffene in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik für Neurologie Innsbruck beendet. Am REHA Zentrum Münster haben sich 16 MS-Betroffene bereit erklärt an dieser Studie teilzunehmen.

DANKE FÜR IHREN BEITRAG!

Die Ergebnisse dieser positiven Studie zeigten, dass Menschen mit MS bei schwierigen medizinischen Entscheidungen von einem gezielten kognitiven Training sehr profitieren können. Detaillierte Informationen können Sie in dem Artikel „Improvement of medical judgments by numerical training in patients with multiple sclerosis“ nachlesen (10.1111/ene.13778).

 

Informationen zur ursprünglichen Studie

Eine klinische Studie für Multiple Sklerose Betroffene in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik für Neurologie Innsbruck

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass MS-Betroffene unter Risikobedingungen oft Schwierigkeiten haben günstige Entscheidungen zu treffen. Dies kann zu negativen Auswirkungen z.B. in gesundheitlichen oder finanziellen Belangen führen.
Das Entscheidungsverhalten wird dabei maßgeblich von mathematischen Fähigkeiten, der subjektiven Einschätzung sowie dem Risikoverständnis beeinflusst.

Lässt sich das Entscheidungsverhalten optimieren?
In Vorstudien der Universitätsklinik für Neurologie Innsbruck konnten bereits Hinweise gefunden werden, dass das Entscheidungsverhalten durch Training positiv beeinflusst werden kann.  Unklar ist hingegen noch, welche Form des Trainings ideal ist und ob die gewonnenen Erkenntnisse auch auf MS-Betroffene anwendbar sind.

Studienziele
Die vorliegende klinische Studie soll erstmalig in einem größeren MS-Betroffenenkollektiv die Fragen beantworten, welche Zusammenhänge zwischen mathematischen Fähigkeiten, Risikoverständnis und Entscheidungsfindung bestehen. Darüber hinaus soll geklärt werden, ob sich ein spezifisches Training positiv auf das Entscheidungsverhalten von MS-Betroffenen auswirkt.

Studienablauf
Sowohl an der Universitätsklinik für Neurologie Innsbruck (Ao.Univ.Prof.Dr. Thomas Benke,  Ao.Univ.Prof.Dr. Margarete Delazer, Ao.Univ.Prof.Dr. Thomas Berger,  Dr. Laura Zamarian PhD) als auch am Reha Zentrum Münster werden MS-Betroffene gebeten an dieser Studie teilzunehmen.
In unkomplizierter Weise können Sie durch Ihre Mithilfe einen Beitrag zu neuem Wissen in der MS-spezifischen kognitiven Rehabilitation leisten. Die Studiendauer beträgt ca. 14 Tage und kann deshalb problemlos im Zuge Ihres geplanten stationären Reha-Aufenthaltes hierorts durchgeführt werden.

Klinimetrische Eigenschaften von geschwin-
digkeitsunabhängigen Messmethoden zur
Bewertung der Mobilität bei PatientInnen
mit multipler Sklerose: eine multizentrische
Studie (MCS-III-MOB)
RIMS - Rehabilitation in Multiple Sclerosis

Rekrutierung beendet

Nachdem die vorgesehene Zahl von 250 TeilnehmerInnen im September 2015 bereits erreicht worden ist, wurde der PatientInneneinschluss für die Studie „Klinimetrische Eigenschaften von geschwindigkeitsunabhängigen Messmethoden zur Bewertung der Mobilität bei PatientInnen mit multipler Sklerose: eine multizentrische Studie (MCS-III-MOB)“ beendet. Am RZM haben sich 20 MS-Betroffene bereit erklärt an dieser  internationalen Studie teilzunehmen.

DANKE FÜR IHREN BEITRAG!

Erste Ergebnisse zu dieser Studie wurden 2018 in einem der renommiertesten neurologischen Journale („Neurology“) unter dem Titel „Responsiveness and meaningful improvement of mobility measures following MS rehabilitation“ veröffentlicht und können unter folgendem Link nachgelesen werden https://n.neurology.org/content/91/20/e1880
Weitere Auswertungen sind  im Rahmen des „RIMS – European network for best practice and research“ an der Universität Hasselt in Belgien vorgesehen.

 

Informationen zur ursprünglichen Studie

Um unseren PatientInnen Rehabilitation nach den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft zu ermöglichen, hat das RZM als einziges österreichisches Zentrum an einer internationalen Studie mit dem Titel „Klinimetrische Eigenschaften von geschwindigkeitsunabhängigen Messmethoden zur Bewertung der Mobilität bei PatientInnen mit multipler Sklerose: eine multizentrische Studie (MCS-III-MOB)“ teilgenommen.

Hintergrund
Die Verbesserung der Mobilität ist ein Hauptanliegen vieler MS-Betroffener. Studien zufolge wird eine Beeinträchtigung der Mobilität als das am meisten behindernde Symptom der Erkrankung überhaupt empfunden (7).

Doch wie lässt sich Mobilität eigentlich messen?
Bislang verwendete Messverfahren bestimmen vor allem die Zeit bzw. die Geschwindigkeit, die jemand für eine definierte Wegstrecke benötigt. Mobilität beinhaltet jedoch darüber hinaus Aspekte, die geschwindigkeitsunabhängig sind: die Fähigkeit Veränderungen in Körperposition- und –lage vorzunehmen, die Fähigkeit Objekte zu tragen, zu bewegen oder zu manipulieren, oder etwa die Fähigkeit Transportmittel zu benützen. Zahlreiche Messverfahren zur Bewertung einzelner dieser Fähigkeiten existieren zwar, sind jedoch für MS Betroffene entweder gar nicht oder nur ungenügend validiert.

Studienziel
Die vorliegende klinische Studie wird erstmalig in einem großen Betroffenenkollektiv die Frage beantworten, welche Testverfahren am besten zur Bewertung der Mobilität (unabhängig von der reinen Gehgeschwindigkeit) bei MS geeignet sind. Zudem soll durch die Aufschlüsselung von rehabilitativen Maßnahmen nach Inhalt und Dauer eine Verbindung mit Veränderungen in der Mobilität hergestellt und somit der Grundstein für einen spezifischen Interventionskatalog gesetzt werden.

Studienablauf
In verschiedenen Zentren weltweit (!) werden zumindest 250 MS Betroffene gebeten an dieser Studie teilzunehmen. Die Koordination der Studie, welche im Rahmen der angesehen europäischen Organisation „RIMS – European network for best practice and research“ (15) durchgeführt wird, erfolgt an der Universität Hasselt in Belgien.
Das RZM, welches als einziges österreichisches Reha-Zentrum an der Studie teilgenommen hat, hat durch die Mithilfe von PatientInnen im Zuge des geplanten stationären Reha-Aufenthalts einen Beitrag zu neuem Wissen in der MS-spezifischen Rehabilitation leisten können.

Klinische Studie zur langfristigen Verbesse-
rung von Spastizität bei Multipler Sklerose

Rekrutierung beendet

Nachdem die vorgesehene Zahl von 20 TeilnehmerInnen erreicht worden ist, wurde der PatientInneneinschluss für die Studie „Langfristige Verbesserung von Spastizität bei Multipler Sklerose im Anschluss an eine stationäre Rehabilitation durch die Verwendung eines APP-basierten Selbsttrainingsprogrammes“ beendet.

DANKE FÜR IHREN BEITRAG!

Die Auswertung ergab neben einer erfreulich hohen Therapieadhärenz (80%) auch konkrete Hinweise für eine langfristige positive Beeinflussung von Spastizität bei MS durch die regelmäßige Durchführung des APP-basierten Trainingsprogrammes. Genauere Informationen finden Sie bei Interesse unter https://www.msard-journal.com/article/S2211-0348(17)30146-3/fulltext . In einer bereits laufenden Folgestudie (siehe oben) wird nun untersucht, inwieweit die gewonnenen Erkenntnisse auch auf eine größere Gruppe von MS-Betroffenen zutreffen.

Informationen zur ursprünglichen Studie

Spastizität ist ein sehr häufiges Symptom bei MS und betrifft bis zu 84% aller Betroffenen in unterschiedlicher Ausprägung (8). Spastizität stellt einen Hauptgrund für Behinderung dar, hat große Auswirkungen im Alltag und beeinflusst die Lebensqualität von Betroffenen wesentlich (9). Neben Medikamente zur Reduktion der Spastizität ist die Physiotherapie die wichtigste Säule in der Therapie der MS-assoziierten Spastizität und sollte deshalb ein „Lebensstil“ für  MS-PatientInnen sein (10). Bei vielen Betroffenen führt intensive Physiotherapie während einer stationären Rehabilitation zu einer deutlichen Besserung der Spastizität.

Um die Motivation zu maximieren, auch im Alltag zu Hause, Übungen zur Reduktion von Spastizität konsequent durchzuführen besteht für MS-Betroffene nun die Möglichkeit an einer Pilotstudie teilzunehmen, die die „Langfristige Verbesserung von Spastizität bei Multipler Sklerose im Anschluss an eine stationäre Rehabilitation durch die Verwendung eines APP-basierten Selbsttrainingsprogrammes“ überprüft.

Ein speziell für die Behandlung der Spastizität bei MS entwickeltes Übungsprogramm wird im Zuge der Studie TeilnehmerInnen über eine Mobile Applikation („APP“) auf einem Tablet-Computer angeboten. Das Tablet wird dabei für den Zeitraum der Studie (ein halbes Jahr) vom RZM zur Verfügung gestellt. Die entsprechenden Übungen werden während des Aufenthaltes am RZM erlernt, und im Anschluss nach einem speziellen Algorithmus auch zu Hause durchgeführt. Zum besseren Verständnis wurden die Übungen visualisiert und werden über das APP als kurze Filme am Tablet präsentiert, sodass sie auch zu Hause problemlos durchgeführt werden können. Erinnerungen sollen StudienteilnehmerInnen dazu ermuntern die Übungen möglichst regelmäßig durchzuführen. Durch Abfragen der Ausprägung der Spastizität sowie Zwischenuntersuchungen wollen wir den langfristigen Erfolg der Übungen über die stationäre Rehabilitation hinaus dokumentieren.

   
Österreichische Multiple Sklerose Gesellschaft Dachverband Österreichische Multiple Sklerose Gesellschaft - Landesgruppe Tirol


Österreichische Multiple Sklerose Gesellschaft Dachverband

www.msgoe.co.at

 


Österreichische Multiple Sklerose Gesellschaft - Landesgruppe Tirol
www.msgt.at

   
Karl Landsteiner Institut für interdisziplinäre Forschung am REHA Zentrum Münster  


Karl Landsteiner Institut für interdisziplinäre Forschung am REHA Zentrum Münster

www.karl-landsteiner.at

 
 

Quellenhinweise

Quellenhinweise anzeigen

(1) Multiple sclerosis. Compston A, Coles A. Lancet. 2008 Oct 25;372(9648):1502-17.
(2) „Prävalenz der Multiplen Sklerose 2010“, Österreichische Multiple Sklerose Gesellschaft, 2011.
(3) Defining the clinical course of multiple sclerosis: results of an international survey. National Multiple Sclerosis Society (USA) Advisory Committee on Clinical Trials of New Agents in Multiple Sclerosis. Lublin FD, Reingold SC. Neurology. 1996 Apr;46(4):907-11.
(4) Escalating immunomodulatory therapy of multiple sclerosis. Update. Multiple Sklerose Therapie Konsensus Gruppe (MSTKG), Rieckmann P. Nervenarzt. 2006 Dec;77(12):1506-18.
(5) http://www.oegn.at/mitglieder/index.php?page=MS-Zentren#
(6) Symptomatic therapy and neurorehabilitation in multiple sclerosis. Kesselring J, Beer S. Lancet Neurol. 2005 Oct;4(10):643-52. Review.
(7) Patient perception of bodily functions in multiple sclerosis: gait and visual function are the most valuable. Heesen C, Böhm J, Reich C, Kasper J, Goebel M, Gold SM. Mult Scler. 2008 Aug;14(7):988-91.
(8) Prevalence and treatment of spasticity reported by multiple sclerosis patients. Rizzo MA, Hadjimichael OC, Preiningerova J, Vollmer TL. Mult Scler. 2004 Oct;10(5):589-95.
(9) Spasticity in multiple sclerosis. Neurorehabil Neural Repair. Barnes MP, Kent RM, Semlyen JK, McMullen KM. 2003 Mar;17(1):66-70.
(10) Symptomatic therapy and neurorehabilitation in multiple sclerosis. Kesselring J, Beer S.
Lancet Neurol. 2005 Oct;4(10):643-52. Review.
(11) Exercise therapy for multiple sclerosis. Rietberg MB, Brooks D, Uitdehaag BM, Kwakkel G. Cochrane Database Syst Rev. 2005 Jan 25;(1):CD003980.
(12) Effect of exercise training on walking mobility in multiple sclerosis: a meta-analysis. Snook EM, Motl RW. Neurorehabil Neural Repair. 2009 Feb;23(2):108-16
(13) The effect of walking mobility on the measurement of physical activity using accelerometry in multiple sclerosis. Snook EM, Motl RW, Gliottoni RC. Clin Rehabil. 2009 Mar;23(3):248-58.
(14) Accelerometry as a measure of walking behavior in multiple sclerosis.Motl RW, Pilutti L, Sandroff BM, Dlugonski D, Sosnoff JJ, Pula JH. Acta Neurol Scand. 2012 Dec 13.